Artgerechte Haltung (VÖ: 2005)

Zwischen Lehnin und Hilter

Introduktion
Wir Kabarettisten
Mehr Elend
Anrufung der Riesenkrake
Superwelt
Halbe Sachen
Steckbrief
Nägel mit Köpfen
Männerlos
Die lange Weile
Frohe Ostern 2005! Das Fernsehprogramm
Amerikanische Forscher
Nicht schuld
Die Stärke der Deutschen
Zwischen Lehnin und Hilter
Phantom Opa
Hochzeitstag
Christussi
Anders
Chancen im Minutentakt
In einer idealen Welt
Der Joschka und der Gerd
Früher
Wer in meinem Alter ist in diesem Land
Artgerechte Haltung
Fulltimejob
Taten sehen
Schlimmer kommen
Wenn Poggenpohl die Welt erklärt
Treibhaus Effekt
Verrottung
Ich liebe meine Strümpfe
Mit Nietzsche auf Diät
Neuesten Umfragen zufolge
Blauäugig
Koffein! Oder: Unvorteilhafter Werbespot für eine Schöne Frau
Das Größte
Ich Nichts
Luft raus
Zahnradbahn
Standpauke
Böses Erwachen
Leben auf dem Mars
Und dergleichen mehr
Der letzte Straßenfeger
Zeitgenossen
Störfaktor
Dinge zu lieben
Ansichtssache
s ganze Jahr über
Hinter die Ohren geschrieben
Schwarzes Brett
Top Secret
Todesursache
Himmelfahrt 2003
Wir sind kein Volk 

Reiz-Reaktions-Schema F

Kassel
Mittlere Reife
Crack
Sehr geehrter Unbekannter
Gut Holz
Sie hört Stimmen
Mannsbilder
Buchhaltungen
Gitarren sind unzuverlässig
Kraft durch Freude
Leben unter Wasser
Das Salz vom Toten Mehr
Das schöne Geschlecht
Ausgesetzt
Das Reiz-Reaktions-Schema F
Brille ab
Die deutscheste Versuchung
Die geilen Achtziger
Nachgefragt
Das alte Spiel
Bürgerkriegserklärung
Künstlerpech
Prometheus Unbound
Eingtlich
Vorzüge des Herzausschüttens unter null Augen
Rockn Roll
Irgendwie nirgendwo
Die Welt: Ein Foto
Makabria
Ohne ein weiteres Wort
Das Wunder der Liebe
Göttinnen
Demokratie
Besser Riesenzwerg als Zwergriese
Spiel mit mir
Recht der Stärkeren
Heimatland
Weissagung
Die Trennwand
Das Schicksal der Gruppe Wind
Krokodile träumen nicht
Der Höhlenforscher 

Neues aus dem Entmüdungsbecken

Sanft nachgeholfen
Long Way Home
Rückwärts einparken
Wozu 3sat gut ist
Die Richtungen
Blietsching
An der Bar
Ulysses Hüppauf
Was macht eigentlich
Der Stadtkommandant von Babylon
Mal was sagen
Netzsümpfe
Der Weltverbesserer-Song
An die Nieren
Verjubilatio
Demokratisch
Nur Leben
Tun und lassen
Klar Schiff
Hochschul Slim
Ein Leben mit Musik
Verlaß
Lob der Ärzteschaft
Mal ganz im Ernst
Schwester weit entfernt
Mit mir per Sie
Grüne
Hirnglatzen
Silvester 2004: Die jährliche und die besondere Katastrophe
Sonnenfisch
Älterwerden
Baby an Bord
Abgesang auf die großen Städte
Zeichentrick
Zwanzig Stück Zucker
Kain Pardon
Vor Gebrauch schütteln
Das Fernsehgericht tagt
Reden wie ein Grab
Gefundener Frieden
Lichte Momente
Du… du…
Die letzte Einsicht
Begrüßung durch den Intendanten 

Widmung

I’ve seen this happen
in other people’s lives
and now it’s happening in mine
The Smiths

Kaviarköpfe bekommen ein Antlitz,
sind unterscheidbar und drohen den Esser zu verschlingen.
Karl Kraus

Man kann unmöglich verstehen
und zugleich strafen.
Paul Valéry

Es ist ja richtig, daß das Unterhaltungswesen
die Eindringstelle der Dämonen ist.
Man muß sie nicht fürchten.
Alexander Kluge

Texte 2003 – 2005

ISBN: 978-3-86153-369-6

Vorschuß statt Lorbeeren (VÖ: 2003)

Lieder und Texte 2000-2002

Sprache ist ein Scheitern, das der Rede wert ist – zumindest für Heinz Rudolf Kunze. Er läßt ihr nichts durchgehen, und erst recht nicht denen, die geschwätzig die eigene Geistlosigkeit niederreden wollen. Kunze bleibt der unbequeme Beobachter, der in seinem reichen Sprachreservoir immer wieder neue Mittel findet, schleichende Veränderungen in der Gesellschaft in ein schrilles, entblößendes Licht zu rücken. Das Erstarren in der Warteschleife des Lebens, die Orientierungs- und Ziellosigkeit in Politik und Privatem stehen in diesem neuen Band mit Kunze-Texten im Vordergrund. Doch Kunze ist keiner, der aus dem Glashaus heraus mit Steinen wirft. Immer wieder stellt er kritisch die eigene Zuschauer-Position in Frage, beschreibt die Diskrepanz von Sehnsüchten und Vermögen, vom Aufruhr der Gedanken und dem Defätismus oder der Ratlosigkeit, wenn es darum geht, diese ins Leben hineinzustoßen. Er provoziert, spielt mit Rollen und Haltungen, schmäht und ironisiert, ist bitter oder kokett – kurz, er tut alles, um seine Leser zu einem Gespräch zu verführen, zum Widerspruch zu reizen oder zum Zuspruch. Keine Chance der Gähnmanipulation!
Mit Vorschuß statt Lorbeeren liegt der vierte Band von Heinz Rudolf Kunze im Ch. Links Verlag vor, der die chronologische Folge seiner Texte bis 2002 fortsetzt.

ISBN: 978-3-86153-292-7

Klärwerk (VÖ: 2001)

Lieder und Texte 1998-2000

»Ich bin bei einer starken Truppe«, bekennt Heinz Rudolf Kunze in seinem neuen Buch. Da stutzt man. Kunze, der Individualist, der Eigensinnige, wem mag sich so einer verschreiben, wo entsteht bei soviel distanzierter Beobachtung ein Heimischsein? Entwarnung: Es sind die Langschläfer, zu denen er sich hingezogen fühlt. Unbestechlich kritisch seziert Kunze auch in seinem neuen Buch geschliffene und eingeschliffene »Sprachregelungen«, macht, wie immer ironisch bis sarkastisch, die Inhalte deutlich, die damit verkleistert werden. Er geht der Sprache auf den Grund, nicht auf den Leim. Er deckt die Hohl-Räume auf – bei Politikern, Medien-Machern, dem nimmersatten Konsumenten oder dem selbstzufriedenen Klein-Denker.
Wohltuend ist, daß er selbstironisch auch die eigenen Anfälligkeiten und Verführungen nicht ausspart, die Versuchung, sich mit den Gegebenheiten auszusöhnen, anstatt sich an ihnen zu reiben. »Klärwerk« ist – nach »Nicht, daß ich wüßte« und »Heimatfront« – Kunzes dritter Band im Ch. Links Verlag. Somit liegt eine chronologische Sammlung seiner Texte seit 1992 vor.

ISBN: 978-3-86153-236-1

Agent Provokateur (VÖ: 1999)

Bildband mit CD

In diesem Buch finden Sie zahlreiche Schwarzweiß-Photographien von Peter Badge sowie Textbeiträge von Heinz Rudolf Kunze. Dem Buch liegt darüber hinaus eine CD mit mehreren unveröffentlichten Live-Stücken und Sprechtexten bei.

Hamburg (8. November 1997)
Leg nicht auf
Bleib hier
Richter-Skala
Boston (4. April 1998)
Bestandsaufnahme
After the Goldrush
Sprechtexte
Frühstückchen
Deutsche Werbeblock
Außerdem enthält das Buch einige abgedruckte Texte von Heinz Rudolf Kunze.

 

Das Buch hat einen Umfang von 84 Seiten und wird in einem festen Einband mit Lesebändchen, CD und Schuber ausgeliefert. Die Auflage des Buches ist auf 2000 numerierte Exemplare limitiert!

ISBN: 3-930333-29-5

Heimatfront (VÖ: 1997)

Die Geschichte wiederholt mich nicht

Ein Propellerflugzeug auf der Stirn
Lamento mori
Die Peitschen
Wenigstens nicht so wie ich
Invalid
Der Mönch mit den Lippen von Nina Ruge
Wo stehen die Spitzen von Wenck
Ich steh dir bei
Rockn Roll Hauptdarsteller
Instruktionen
Du oder du
Siegzib
Ameisen
alter ego
Gib den Ring wieder her
Richtigstellung
Wenn du durchdrehn willst
Eine volle Stunde ohne Alkohol
Die Menschen in den Städten
Der Inquisitor
Sieben Tage Zeit
Sex mit durchschnittlichen Frauen
Werbeblock
Alle haben recht
Nimm meine Freundin
Regungslos reisen
Solarplexus
Teil der Industrie
Je besser desto eher
Stein
Das perfekte Verbrechen

 

Political Verrecktness

Moonlight Serenade
Als Gestalt
Arschkriecher
Enthauptung
Find ich auch
Erschreckende Bilder
Das Fest
Gesichtskontrolle
Heimatfront
Ein deutsches Erwachen
Ich bin überall
Satellitenstadt
Frühstückchen
Angst ist nicht das richtige Wort
Wir essen grundsätzlich nur eigene Kinder
Proben
Stigma
Ja
Im Eifer des Gefechts
Fatima Morgana
As if
Lob des Wiederlesens
Scharlatan
Beschriebenes Blatt
Deutsche
German Open
Schwanz wird dick
Benjamin
Was um alles in der Welt würde jetzt Woody Allen tun?
Nie mehr mit dir sprechen
Halbe Miete: gute Zähne, gute Schuhe
Nummer Sicher
Weiß der Teufel
Gehen
Die kalte Schulter
Kein Mitleid
Zebra Desaster
Dein Spion
Schlafstörung

 

Die Kompaßfontanelle

Anders als alle
Der Kaiser soll mir sagen wer ich bin
Der Wal
Himbeerbaby
Nichts ist relativ
Zaubern
Vorbildlich
Hamburg um vier
Ich versteh mich mehr als Witwe
Widerstandskämpfer
Nicht daß ich wüßte
Ein Foto aus dem Hinterland
Stotter
Astrologie
Du bist nicht allein
Löwin
Ich rede mit mir selbst
Geständnis
Ich will es wissen
Schuppenflechte
Kilians Pendel
Hure
Lieder, die man niemals schreibt
Das letzte Loch
Stärker als der Mond
Ziel gerade
Alpine Begebenheit
Ohne mich, Symeon
Surfen an der chinesischen Westküste
Schade drum
Taschenbillard mit Dämonen
Menschenfleisch
Letztes Liebeslied
Besser als Büro
Dieser Garten
Kein Wort mehr
Alles raus
Müde von der Reise
Der Trojanische Pferdedieb
Erinnerung

 

Lieder und Texte 1995-1997

ISBN: 3-86153-137-2

Mücken und Elefanten (VÖ: 1992)

Wunderkinder 1986

Wunderkinder
Der Schlaf der Vernunft
Ganz nah dran
Ich brauch dich jetzt
Herr und Hund
Kadaverstern
In der Sprache die sie verstehn
Finden Sie Mabel
Das All ist deutsch
Ein ziemlich schlaffer Sack
Mit Leib und Seele
In der Lobby ist noch Licht
Herr Kardinal
Der Dichter und das Mädchen
Die Krankheit
Sie sagte mir
Geschafft
Flirt
Der Moderator
Eine Weihnachtsgeschichte
Tappen im Dunkeln
Coole Zeiten
Zuvorkommend (Dreimal darfst du raten)
Sicher
Manchmal, wenn wir streiten
Der Tag, an dem ich Hitler operierte
Neonröhren
Nicht nötig gewesen
Die Dreißig
Entwarnung
Klarstellung
Höllisch
Bullen
Volkszählung
Wie gehts? 

Einer für alle 1987-1988

Das Interview
Einer für alle
Reise um die Welt
Wehr dich
Meine eigenen Wege
Jetzt erst recht
Die offene See
Amok
Fetter Pappa
Bring mich zur Welt zurück
Schutt und Asche
Nietzsche als Schenkender
Der alte Detektiv
Du warst riesig, Hartwig
Die Zeit ist reif
Ab heute muß ich selber leben
Wir machen weiter (mit Musik)
Zum Schwimmen
Imbiß
Hitparade im ZDF
Sternzeichen Sündenbock
Kulturgeschichte der Brille
Etwas länger
Wenn der Vorfilm vom Hauptfilm träumt
Gehirnwäsche
Unheilbar krank
Wo käm man denn da hin? (Imagine)
Gesichter auf den Titelseiten
Leute
Texas-Klinik
Das Wetter von Gestern
Es ist zu spät
Kein Beispiel mehr
Ein reichlich religiöser Mensch
Kopf verloren
Eine frei erfundene Karriere
Zwischen Münchner Freiheit und Großer Freiheit
Lagebesprechung 

Gute Unterhaltung 1989

Zunder
Götter in Weiß
Alles was sie will
Heul mit den Wölfen
Die langen Messer der Nacht
Männergebet
Ich hab’s versucht
Den Bach runtergehn
Gute Unterhaltung
Größer als wir beide
Du erwartest ein Kind
Akrobat
Blaue Flecken
Die Tage vergehn doch wie im Flug
Griff ins Klo
Möglicherweise ein Walzer
Wölfe und Vampire
Deutschland (Verlassen von allen guten Geistern) – Version ’90
Das Coverfoto
Späte Heimkehr
Abwarten
Hase und Igel
In eigener Sache
Der frühe Gott
Vater und Sohn
Alles gesagt
Mit geschlossenen Augen
Vergiß es
Unheimlich gut gemacht
Nach wie vor
Da kommen sie nun 

Brille 1990-1991

Betroffen
Nachtgebet
Stirnenfuß
Doktor Doktor
Der Abend vor dem Morgen danach
Alles gelogen
Kriegstanz
Der alte Herr
Alles in Butter
Brille
Wenn du nicht wiederkommst
Was wirklich zählt
Tausendschön
Die Verschwörung der Idioten
Knoblauch
In den Krieg
Wär das schön
Der Geschichtemacher 

 

Vorwort

Vorwort von Peter E. Müller

 

Widmung

Here’s a great lie, thinks the Grandee of Jahilia drifting into sleep: the pen is mightier than the sword.
SALMAN RUSHDIE

It’s an on-going battle with me. I seem to kind of vacillate between a certain kind of modernity and a reactionary, figurative, narrative form of song. I go backwards and forwards. That’s always been my struggle I think.
DAVID BOWIE

Grübeln ist letzten Endes unfruchtbar; und verfälscht das (ohnehin durch unseren mangelhaften, biologisch eben noch ausreichenden, Sinnenapparat schon genugsam fragwürdige) Detail, zum zweiten, unheilbarsten, Male.
ARNO SCHM

Lieder und Texte 1986-1991

ISBN: 3-416-80686-7

Papierkrieg (VÖ: 1986)

Die Städte sehen aus wie schlafende Hunde

Sicherheitsdienst
Pornos
Lisa
Die Flachmänner kommen
Blitz
Adam und Eva stehen Schlange
Seit einiger Zeit
Verlautbarung
Stadtbummel
Hervorhebungen von mir
Bei Hanau
Siegfried
Ich hatte einen Traum
Variationen über einen Satz des Bundesinnenministeriums aus dem Monat Juli des Jahres 1983
Verfluchtes Kind
Zeitbombe
Deutschland (Verlassen von allen guten Geistern)
Abendprogramm
Niemandsland
Menschen gehen auf
Vorwürfe Vorwürfe
Sie erwartet ein Kind
Du also bist mein Tod
Was sollen wir denn noch zusammen machen
Manöver
Eine von diesen Stunden
Ich liebe dich
Gedicht für Walter Helmut Fritz
Die Entblößung
Selbstbezichtigung
Keine besonderen Vorkommnisse
Kid Kopfschuß
Ich wünschte, ich wäre nicht gekommen
Strandparty 

Ausnahmezustand

Der Anruf
Meine Wünsche
Liebe im Akkord
Pech
Mehr von dir
Schaulustige
Liebesbrief
Alle möchte ich sehen
Glaubt keinem Sänger
Liebesfilm
Ein Mann muß tun was ein Mann tun muß ein Mann tun was ein Mann tun muß?
Geschichte
Der Schneemörder
Gedicht für mein Fußspray
Staatsbürgerkunde
Maikäfer flieg
Lola
Ein Fernsehabend
Herr K. sofort zum Chef
Noch grün
Zehn Fragen an einen, der rübergekommen ist
Die guten Russen
Schneewittchen und die sieben Schüsse
Jalousien runter
Dein vorletzter Wille
Ruf mal wieder an
Handicap
Wunder dauern etwas länger
Max und Moritz (Schach)
Die Masken sind ab
Arbeitsessen
Die Freiheit wird ganz plötzlich wieder teurer
Der P.
Es kommt der Tag
Die Menschheit (in drei Gruppen)
Plötzlich
Aufbruch
Er
Dageblieben
Yo-Yo
Der Moment
Der letzte Dreck
Das Streichholz und die Kerze
In den Autos, in den Seminaren
Eine Stadt
Noch zwei Bier, sagte der Libero
Keine Mördergrube
Besser hören
Einfach nur vorhanden sein 

Dein ist mein ganzes Herz

Ich habe sie
Kuckma Inge
Prioritäten
Persönliches
Deutschland im Dunkeln
Damals
Die Einsicht
Vertriebener
Du wirst kleiner, wenn Du weinst
Madagaskar
Fallensteller
Väter
Die Verwandlung
Schwarzes Gesicht von Paul Klee
Brennende Hände
Die bewegende Geschichte
Ich glaub es geht los
Dies ist Klaus
Packt sie und zerhackt sie
Erwachsen geworden
Hier
Manchmal überkommt es uns
Kilian (Eine Jugend in Deutschland)
Eine Katastrophe weniger
An/aus
Kraftfahrer
Was gibts Neues?
Spuren
Sonntagabend
Unauffällig beschatten
Im Tonstudio
Lebenslust
Dein ist mein ganzes Herz
Ode an eine Anhalterin
Super
Lieber Vater
Backstage
Herzgrube
Eilzug
Vor Jahren
Gib alles
Aussprache 

Vorwort

Herr K. und die Früchte des Zorns

 

Widmung

See me,
feel me,
touch me,
heal me.
The Who, 1969

Sieh mich,
fühl mich,
berühr mich.
Silkience-Haarkosmetikreklame, 1985

Lieder machen die Welt nicht besser, das ist doch auch schon was.
Die Grammatik der Gnade

Der Liedermacher HRK wurde vor einer Woche im Radio gefragt, warum er die Menschen nicht mag. Er lacht immer noch.
Zeitbombe

Ein Mann, der Herrn K. lange nicht gesehen hatte, begrüßte ihn mit den Worten: «Sie haben sich gar nicht verändert.» «Oh!» sagte Herr K. und erbleichte.
Bertolt Brecht

Lieder und Texte 1983-1985

ISBN: 3-499-15762-4

Selbstredent (VÖ: 1985)

Interview-Porträts, Kathrin Brigl, Siegfried Schmidt-Joos (Hrsg.)

Noch hab’ ich mich an nichts gewöhnt

Heinz Rudolf Kunze wurde am 30. November 1956 im Flüchtlingslager Espelkamp geboren. Seine Eltern, beide Lehrer, stammten aus Frankfurt/Oder; Osnabrück wurde ihre neue, bundesdeutsche Heimatstadt. Als Kunze 1980 die Musikszene betrat, indem er beim Nachwuchsfestival der Deutschen Phono-Akademie in Würzburg den ersten Preis in der Sparte Liedermacher gewann, empfanden Journalisten seine Erscheinung mit Brille, kurzgeschnittenem Haar, Anzug mit Krawatte und Oberhemd als ebenso aus dem Rockrahmen fallend wie seine Darbietung. Er wirke, so die «Frankfurter Allgemeine Zeitung», «wie eine Inkarnation jener Normalität, auf die er in Liedern Anschläge verübt». Er sehe aus, so die «Frankfurter Rundschau», «wie ein Bankier aus dem mittleren Management, der nach einer durchsoffenen Nacht morgens in die falschen Schuhe gesprungen ist». Tatsächlich waren bis dahin alle Weichen in der Biographie dieses Künstlers auf eine kleinbürgerliche Existenz als Gymnasiallehrer gestellt. Er war immer Primus gewesen, studierte in Münster und Osnabrück Germanistik und Philosophie, erwarb die Befähigung für das höhere Lehramt und strich für seine frühen literarischen Arbeiten 1978 sogar einen von seiner Heimatstadt Osnabrück gestifteten Förderpreis ein. Weitere Auszeichnungen folgten: 1981 der von Konstantin Wecker initiierte Kleinkunstpreis «Berliner Wecker» sowie der «Willy-Dehmel-Preis» im Rahmen des SWF-Liederfestivals; 1983 der Deutsche Schallplattenpreis für das Album Eine Form von Gewalt; 1984 das Niedersächsische Künstlerstipendium des Ministers für Wissenschaft und Kunst. Die Tageszeitung «Die Welt» urteilte daraufhin, er sei «ein Senkrechtstarter der an Talenten nicht eben übersatten deutschen Liedermacher- und Chansonnier-Szene, ein Preiseschießer ohnegleichen». Bei seinem ersten wesentlichen Fernsehauftritt 1981, bezeichnenderweise in der Sendung «Litera-Tour», debütierte er mit dem Song Noch hab’ ich mich an nichts gewöhnt. Dieser Slogan ist auch nach fünf Langspielplatten, darunter ein Live-Doppelalbum, noch zutreffend. Der «Niedermacher», wie er anläßlich seiner ersten LP Reine Nervensache von seiner Plattenfirma genannt wurde, hat sich (um mit seinen LP-Titeln zu reden) mit «schwerem Mut» jeder «Form von Gewalt» widersetzt und sich seinen eigenen «Ausnahmezustand» auf der deutschsprachigen Songszene erhalten. Seine Texte, die in der sorgfältigen Edition Deutsche Wertarbeit auch im Verlag Zweitausendeins vorgelegt worden sind, beruhen oft auf Alltagsbeobachtungen, die er scharfzüngig und sarkastisch überpointiert. Er liebt Rollensongs, schlüpft in die Haut anderer Figuren, entlarvt beispielhaft Denk- und Verhaltensweisen, neigt aber auch dazu, seine Songs mit Bildern und Metaphern zu überfrachten. In seiner Entwicklung ist die Tendenz zu einfacheren, liedhafteren Formen spürbar. Kunze überwindet zunehmend seinen anfänglichen Hang zum gesungenen Prosatext. Bezeichnend in diesem Zusammenhang ist die Wahl des einstigen «Kinks»-Hits Lola für die treffsichere Schilderung einer abstrus zweideutigen Sexbegegnung in Dortmund-Nord. Kritiker Peter Kleiss: «Meist rutschen solche Adaptionen ins Klischee-Schlagerhafte ab. Nicht so bei Kunze. Seine Lola hat wesentlich mehr Witz als das Original.» Kritiker Hans-Hugo Schildberg: «Kunze verbreitet keine Weisheiten, keine oberlehrerhaften Warnungen; er beschreibt in trockenem, kaum betontem Sprechgesang Bilder dieser Welt.»

Erstes Gespräch: November 1981, nachmittags

Da sitzt mir in Berlin einer gegenüber, noch nicht ganz 25 Jahre alt, ein Mann – und das genieße ich im Moment –, der in den Startlöchern steht. Die Branche hat ihn sich auf dem Pop-Nachwuchsfestival 1980 der Phono-Akademie als Gewinner erkoren. Die Leute – sprich: das Publikum – wissen noch nicht so ganz, wer das ist, Heinz Rudolf Kunze. In einem Lied begegnen Sie sich selbst. Wissen Sie ganz genau, wer Sie sind?

Ich versuche, mich und mein Privatleben nach Kräften herauszuhalten aus Stücken, weil ich nicht in einem ersten Anlauf privat sein will, sondern nur in einem zweiten. Ich möchte das, was ich an Privatem durchkommen zu lassen gedenke in Liedern, erst mal daraufhin filtern, ob es eine Erfahrung ausdrückt und transportiert, die als Subjektivität allgemein verbindlich sein kann. Meine Schwierigkeiten mit mir selbst, wer ich denn sein mag, sollen sich nicht unmittelbar niederschlagen in Musik und Text, sondern nur vermittelt durch Form. Aber freilich weiß ich nicht, wer ich bin, sonst wäre ich wahrscheinlich in meiner einmal angesteuerten Laufbahn, in meiner bürgerlichen Laufbahn geblieben.

Das Stichwort bürgerlich nehme ich sehr gern auf. Die Leute, die Kritiker, die Journalisten, die Sie bereits wahrgenommen haben, beschreiben Sie als jemand, der von der Optik her den Eindruck eines preußisch-bürgerlichen Menschen macht, eines Mannes, den man, wenn man ihn zum erstenmal sieht, als Klassenprimus bezeichnen könnte, als einen Streber mit der korrekten Brille und dem korrekten Haarschnitt. Dahinter, und das scheint der Reiz zu sein, verbirgt sich doch wohl ganz jemand anderes.

Über diese optischen Einordnungen war ich eigentlich immer sehr erstaunt, weil es doch seit drei, vier Jahren im Erscheinungsbild von Musikern aus dem Pop-Rock-Bereich viele gibt, die sehr gut getarnt wirken. Es gibt doch eine ganze Menge New-Wave-Leute, die eigentlich sehr brav aussehen. Es stimmt, daß ich einen sehr biederen Lebensgang hinter mir hatte, und daß ich mich erst vor relativ kurzer Zeit entschlossen habe, das, was ich jetzt mache, konsequent und auch berufsmäßig zu tun. Es kommt allerdings sehr schnell der Punkt, wo man ein bißchen verstört und verärgert drüber wird, daß Leute sich immer wieder festkrallen an diesen äußerlichen Dingen, die oft das Gespräch über die Inhalte regelrecht blockieren.

ISBN: 3-499-15602-4

Deutsche Wertarbeit (VÖ: 1984)

Reine Nervensache

Zum Vorkommen
Herrenjahre
Der Herr Begriffsstutzer
Germanisten
Ausbruch
Zu Karla übers Wochenende
Philosophische Fakultät
Bestandsaufnahme
Abstinenzler
Im Angesicht des Grauens
Su
Fürsorge
Kater
Romanze
Zu neuen Ufern
Artikel 3
Jürgen
Dezember
Mit meinem leeren Glas
Blues
Wir leben alle im Erdgeschoß
Balkonfrühstück
Hannover, Fußgängerzone
Traumtänzer
Mein altes Radio
Todesangst
Noch hab ich mich an nichts gewöhnt
Hotel in Berlin
Für nichts und wieder nichts 

Eine Form von Gewalt

Bleiben wir doch einfach übrig
Schrecklich
Brüllen
Der Präsident
Nicht einverstanden
Kinderlied
Stilleben
Dialog mit der Jugend
Guten M.
Der Stand der Liebe
Nachts um halb drei
Einmal ist immer das zweite Mal
Das große geheimnisvolle Ballgefühl
Das Ultimatum
Die kommen immer wieder
Lamm Gottes
Regen in Berlin
Meine liebe Frau
Gute Besserung
Alltag im Paradies
Keine Reaktion
Leben nach der Zukunft
Beichte
Neue deutsche Sprache
Nachtmenschen
Sommertag
Junglehrerehepaar
Folgen Sie mir weiter
Neun Semester
Möbelkaufhaus, Lautsprecherdurchsage
Zimmertemperatur 

Der schwere Mut

Wir befinden uns nunmehr im Triage-Raum
Der schwere Mut
Lebensabend
Hausordnung
Gesund und munter
Die Fütterung
Von jenem Tag an
Geisterstunde
Gebet
Heutzutage
Die Grammatik der Gnade
Keine Angst
Das Echo
Von Mensch zu Mensch
Man kann doch zu sich stehen wie man will
Märchen
Sag mir Deinen Namen, und ich sag Dir, wie Du heißt
Arme Johanna
Willkommen in meiner Lagune
Kein M
Komm doch mal auf einen Tee vorbei
Stell dir vor
Herzversagen
Picnic im Garten Eden
Abstand
Alptraum
Ums Ganze
Ödipus Calling
Über Nacht
Auf der Durchreise
Vorstadt
Ich bin gegen den Frieden
Ich bin einer von denen
Azur
Hilfe von außen
Siebter Juli vormittags
Auf ein Wort, Sexist
Über die Zuversicht
Geht das nicht alles nochnbißchen schneller
Lebensrhythmus
Es geht voran
Der Entschluß 

Noten

Reine Nervensache
Eine Form von Gewalt
Der schwere Mut 

Widmung

Ich widme dieses Buch allen, die mir auf meinem bisherigen Weg geholfen haben. Mein besonderer Dank geht an Klaus Wellershaus, Alfred K. Schacht und Siegfried E. Loch.
HRK

Veit Lindenmeyer gewidmet. Dank an Dorli und an die, die meine Arbeit unterstützten.
MARTIN KESTER

Wert wollen ist nicht dasselbe wie sagen, man wolle Wert: ist aber identisch mit dem Arbeiten. Arbeiten ist nichts anderes als aus dem Sterblichen übersetzen in das, was weitergeht.
LUDWIG HOHL

Zuallererst besuche ich meine lieben Talerchen! Ich muß mich sofort hineinstürzen! Au! Bücher? Was sollen Bücher hier? Wo ist mein Geld? Ich muß mich täuschen! Das können keine Bücher sein! Ich mache eine Probe: wenn der Taler in meiner Tasche auch ein Buch ist, dann bin ich krank! Der Taler ist ein Taler! Also sind die Bücher Bücher! Ja, aber wo sind dann meine Taler?
DAGOBERT DUCK

Lieder und Texte 1980-1982